Interview mit Rüdiger Krug

Viele Fragen ergeben sich rund um Das Mediale Haus®
In einem Interview stellt sich Rüdiger Krug, Initiator des Projektes den Fragen des Fachjournalisten und Chefredakteurs Gerald Freyer.


Freyer: Was ist unter dem Begriff Das Mediale Haus® zu verstehen?

Rüdiger Krug: Dieser Begriff soll die Integration von Medientechnik und Haustechnik zum Ausdruck bringen, d.h. die Verknüpfung der Felder Kommunikation, Sicherheitstechnik, Entertainment und haustechnischer Gewerke wie Heizung, Klima, Elektrotechnik etc. und deren Bedienbarkeit unter einer frei zu gestaltenden Benutzeroberfläche. Bei dem Medialen Haus handelt es sich aber schon lange nicht mehr nur um einen Begriff, sondern um ein reales Projekt.

F.: Welche Intention steckt hinter diesem Projekt?

RK.: Die Entscheidung, dieses Projekt zu starten ist aus verschiedenen Gründen gefallen. Zum einen gibt es hierzulande keine vernünftige Plattform z.B. in Form einer Messe, die eine umfassende, im Sinne einer integrierten Information erlaubt. Es werden vielmehr nur Teilbereiche auf den einschlägigen Messen ausgestellt und demonstriert. Das intelligente Haus als solches ist kein Gegenstand einer adäquaten Veranstaltung, wie es z.B. in USA oder Großbritannien die CEDIA EXPO ist.
Zunehmend werden auch Showhäuser mit einer Art Musterhauscharakter gebaut, in denen das technisch Machbare quasi als Studie gezeigt wird. Das Elementare in einem Haus, sind aber die Menschen, die darin wohnen und deren Bedürfnisse. Diese sollten die Anforderungen an die Technik definieren und nicht umgekehrt. Dass das heute mit frei programmierbaren Systemen geht, wird im Medialen Haus, einem tatsächlich bewohnten, belebten Haus, gezeigt, ja gelebt..
Schließlich soll mit diesem Haus, auch die Möglichkeit geschaffen werden, einem interessierten Publikum, wie Architekten, Innenarchitekten, Fachplanern, aber auch interessierten Bauherren, ein solches komplettes, ganzheitlich integriertes Haus, vorstellen und demonstrieren zu können.

F.: Wo liegt der Nutzen der Bauherren, die sich für diese Technik entscheiden?

RK.: Wir haben bereits zahlreiche Einfamilienhäuser und Appartements mit derart integrierten Systemen ausgestattet. Der jeweilige Nutzen definiert sich über die unterschiedlichen Bedürfnisse der Anwender. Aus Planungs- und Ausführungsgesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass Fragen der Energieeinsparung, der Sicherheit, der Gesundheit, insbesondere in Form einer verlängerten selbstständigen Lebensführung im eigenen Heim, aber auch ein gewisses Komfortdenken die Entscheidung für diese Technik maßgeblich beeinflussen.

F.: Wie steht es mit der Betriebssicherheit – Stichwort PC-Absturz?

RK.: Wir verwenden grundsätzlich keine PC-basierten Systeme. Das Herz der von uns eingesetzten Technik bilden Steuerzentralen des amerikanischen Herstellers Crestron. Diese Systeme arbeiten mit EEProm Technik ohne flüchtige Speichermedien und mit einem lüfterlosen Konzept. Werden die Systeme redundant aufgebaut, kann von einem störungsfreien Betrieb über Jahrzehnte ausgegangen werden.

F.: Kann sich ein Normalsterblicher solche Systeme überhaupt leisten?

RK.: Grundsätzlich handelt es sich um eine modular aufgebaute Technik. Auch hier sind die Präferenzen der Nutzer ausschlaggebend. So möchte der eine ein Sicherheitssystem, ein anderer eine alle Räume berücksichtigende Multi-Room-Beschallung und der nächste einen steuerbaren Wellnessbereich. Entscheidend ist, dass alle Anforderungen mit ein und derselben Technik und mit ein und demselben Bedienmedium erfüllt werden können. Ein Beispiel: Ein 6-Zonen Multiroomsystem von Crestron kostet mit Bedienmedium, integrierten Endstufen etc. inkl. Einbau ca. 6.500.-- Euro. Da dieses Gerät über eine integrierte Steuerung verfügt, lässt hier nahezu eine komplette Haussteuerung nachrüsten.

F.: Welchen Rat würden Sie einem Bauherren geben, was er auf jeden Fall berücksichtigen sollte?

RK.: Ich würde bei der Planung eines Neubaus oder einer Renovierung in jedem Falle auf eine Leerverrohrung achten, die mir im Nachhinein alle Möglichkeiten offen lässt. Wir haben bei dem Medialen Haus alle Schalterstellen, Steckdosen und Lichtauslässe mit einer doppelten Leerverrohrung versehen, die in einen zentralen Technikraum führen. Die Kosten für diese Verrohrung fallen kaum ins Gewicht.